Aktivitäten 2021
Unser jährliches Programm umfasst inzwischen 13 kostenlose Aktionen und Projekte
Nachdem wir im Jahr 2020 durch die Corona-Einschränkungen bereits unser Aktivitäten-Programm reduzieren mussten, hoffen wir für 2021 auf Verbesserung der Situation.
  1. Bei den beiden Fasnetsdiscos vergnügen sich rund 500 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren alkohol- und rauchfrei im Peterskeller.
  2. Am ersten verkaufsoffenen Sonntag im April erfreuen wir zahlreiche Kinder mit Dosenwerfen und Luftballons.
  3. Mit einer Gruppe von 20 bis 30 Grundschulkindern nehmen wir am Lauffieber teil.
  4. Seit 2019 beschenkten wir 30 bis 35 Vorschulkinder aus Bad Waldsee und Aulendorf mit einem neuen Schulranzen zum kommenden Schulstart.
  5. Die einzige Aktion, die uns Einnahmen beschert, ist der Kuchen und Kaffeeverkauf beim Altstadtfest. Die Angebote auf der Spielwiese sind Rollenrutsche, Slackline Schminken , Tattoos malen und sonstige Spiele, das kostenlose Kindertheater findet im Freien oder bei Regen in der Stadtbücherei statt.
  6. Als Teil des Ferienprogramms besucht eine Kindergruppe die Backstube der Bäckerei Gueter.
  7. Für 15 Kinder aus finanzschwächeren Familien wird die kostenlose Waldwoche im Tannenbühl durchgeführt.
  8. Beim Verkaufsoffenen Sonntag im Oktober findet unsere Kinderolympiade immer großen Anklang.
  9. Seit 2017 findet der offizielle sechswöchige Elternkurs des Kinderschutzbundes „Starke Eltern-Starke Kinder“ im KSB-Raum in der Eschlestraße statt.
  10. Ende Oktober laden wir rund 30 Kinder zum Kürbisschnitzen ins Kürbisparadies Spieler ein.
  11. Für einen Mütterdeutschkurs des Landratsamtes für syrische Frauen organisieren und bezahlten wir seit 2019 die Kinderbetreuung während des zweimonatigen Kurses.
  12. Zur Unterstützung alleinerziehender Mütter und Väter in Bad Waldsee verschenken wir je nach Kinderzahl verschieden wertige Einkaufsgutscheine.
  13. Für Kinder der Grundschule bieten wir kostenlose Schwimmkurse an. 
 
Zusätzlich engagieren sich 6 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hausaufgabenhilfe und der Sprachförderung in unserem KSB-Raum im Eschle an drei Tagen der Woche täglich rund zwei Stunden.
1. Aktion im Corona-Jahr 2021
Schulranzenaktion für neue Erstklässler
Schulranzenaktion 2021
Kinderschutzbund beschenkt 60 Familien mit einem neuen Markenschulranzen

Nach zwei erfolgreichen Aktionen in den beiden letzten Jahren konnte der Kinderschutzbund Bad Waldsee seine Geschenkaktion mit neuen Schulranzen für künftige Erstklässler fortsetzen. In diesem Jahr verdoppelte sich sogar die Zahl der verschenkten Schulranzen, sodass insgesamt 60 Kinder vor Ostern mit einem neuen Schulranzen überrascht werden konnten. Dank einer Geldspende in Höhe von 5000,- € von der Bad Waldseer Firma RAFI-systec konnte der Kinderschutzbund 60 neue Markenschulranzen mit Mäppchen und Sporttasche kaufen. In den Kindergärten in Bad Waldsee, Aulendorf und Bad Wurzach wurden Alleinerziehende, Großfamilien und Familien mit Migrationshintergrund von den Gruppenleiterinnen ausgewählt. Zusätzlich wählte das Jugendamt des Landkreises in Bad Waldsee noch weitere Familien mit Unterstützungsbedarf aus. Bei allen ausgewählten Familien mit künftigen Erstklässlern erhielten die Mitarbeiter*innen des KSB keine Namen, sondern nur die entsprechenden Anzahlen an Schulranzen für Jungen und Mädchen. So blieb die Schulranzenaktion vollkommen anonym und die Mitarbeiter*innen des KSB gaben nur die entsprechenden Schulranzen im Kindergarten und Jugendamt ab. Diese übergaben die Schulranzen dann direkt und in neutralen Taschen den Eltern. So kann in den betreffenden 60 Familien jeweils der künftige Erstklässler im Herbst mit einem modernen Schulranzen stolz die Schule beginnen

2. Aktion im Corona-Jahr 2021
Der KSB unterstützt Alleinerziehende mit Gutscheinen
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Bereits zum dritten Mal unterstützte der Kinderschutzbund Bad Waldsee alleinerziehende Mütter oder Väter. Da seit vergangenem Frühjahr abgesehen von der Waldwoche im Tannenbühl keine Veranstaltungen mit Kindern durchgeführt werden konnten, wurde von der Rücklage 8000,- € bereitgestellt. Das Problem war jedoch, unter den geltenden Datenschutzbestimmungen die betreffenden Alleinerziehenden zu finden. Glücklicherweise erhielt der Kinderschutzbund sofortige Unterstützung bei Frau Court, der Amtsleiterin des Jobcenters in Weingarten und bei Herrn Schmucker, Leiter des Jugendamtes in Bad Waldsee. Bei beiden Stellen sind alle alleinerziehenden Mütter und Väter im Bereich Bad Waldsee registriert, wenn Sie Unterstützung vom Amt beziehen. So konnten an 80 Familien mit Alleinerziehenden Einkaufsgutscheine eines hiesigen Drogeriemarktes und eines Supermarktes im Wert von jeweils 50,- € in den letzten Tagen übergeben werden. Diese Übergabe erfolgte durch Frau Court persönlich oder brieflich beim Jugendamt. Die Mitarbeiter des KSB Bad Waldsee kennen daher weder Namen noch Adressen der Beschenkten. Insgesamt gehören zu diesen Familien rund 150 Kinder und Jugendliche. Laut Anschreiben des Kinderschutzbundes soll die Unterstützung für Spielsachen, Malsachen, Farben, Bastelmaterial oder sonstige Artikel des Alltags für die Kinder und Jugendlichen verwendet werden.

Text: Walter Ritter

Foto: privat (Dorothea Court beim Verteilen der Gutscheine)

3.Vortrag von Prof.Dr. Spitzer
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Handys und Videospiele tragen laut Hirnforscher Manfred Spitzer zur Verdummung von Kindern bei

Wolfgang Heyer SZ, 5.10.2021

Kein Handy, Musik- und Theaterunterricht in der Schule sowie viel Bewegung an der frischen Luft: Auf diese Weise können Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit gestärkt werden. So lautet die verkürzte These, die Hirnforscher Manfred Spitzer jüngst in der Waldseer Stadthalle vor rund 200 Zuhörer proklamierte.

„Wer Zweitklässlern eine Playstation schenkt, verschenkt Schulprobleme. Videospiele verdummen die Kinder“, mit derartig markigen Sätzen hielt der Ärztliche Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm die Aufmerksamkeit der Zuhörer über rund zwei Stunden hoch. Seine Ausführungen stützte er dabei auf Studien, die in den Wissenschaftsmagazinen Science und Nature veröffentlicht wurden.

iPhone macht nicht schlau

Ein weiteres Beispiel für seine unmissverständlichen Aussagen: „Unterschicht-Eltern denken, wenn ich meinem Kind ein iPhone kaufe wird es schlauer. Das ist aber nicht so.“ Schnell wurde deutlich, dass Spitzer der digitalen Welt wenig abgewinnen kann. Vielmehr seien Bewegung in der Natur und ausreichend Schlaf wichtig für die geistige und körperliche Entwicklung der Kinder – Bildschirmmedien seien hinderlich.

Gefangen im Netz: Wenn junge Menschen süchtig nach dem Internet werden plus

Und so sei es Aufgabe der Eltern, nicht der beste Freund des Sprösslings zu sein, sondern die Elternrolle anzunehmen und dem Kind eben kein Handy zu kaufen, „weil es ihm schaden würde“. Dass das Kind, wenn es nun das einzige in der Klasse ohne Handy ist, gemobbt würde, schloss Spitzer aus. Begründung: „Dieses Kind ist dann das einzige Kind, mit dem alle sprechen werden. Mobbing findet nur über das Smartphone statt.“ Ein leises Raunen ging dabei durch einzelne Stuhlreihen der Stadthalle. Es schien so, als ob so manche Eltern andere Erfahrungen gemacht hätten.

Positiver Effekt wird hinterfragt

Als ein Lehrer im Anschluss an den Vortrag öffentlich fragte, ob die vielen iPads, die derzeit an Schulen verteilt werden, überhaupt positive Effekte auf die Kinder und deren Schulerfolg habe, verneinte Spitzer dies vehement. „Diese Pille hat nur Nebenwirkungen. iPads im Unterricht sind schlichtweg nicht gut.“

Festplatte im Kopf wird niemals voll

Dass Wissen auf USB-Sticks oder mithilfe von Google-Suchen aus unserem Gehirn „ausgelagert“ werden könnte, widerlegte Spitzer eingängig. „Je mehr Wissen in unserem Kopf ist, desto mehr passt rein.“ Sollte jemand drei Fremdsprachen beherrschen, würde das Erlernen der vierten Fremdsprache noch viel leichter fallen.

Die Festplatte des Gehirns würde niemals voll. Gerade in den ersten Lebensjahren sollte das Gehirn trainiert werden, davon profitiere der Mensch ein Leben lang. „Vor Demenz im Alter schützt am meisten Bildung im frühen Leben“, so Spitzer.

Als wichtigste Schulfächer benannte der nicht unumstrittene und als Hardliner geltende Spitzer die Fächer Sport, Musik und Theaterspiel. Bei Letzterem würden die Kinder sich mit Emotionen auseinandersetzen und seien demnach nicht überfordert, sobald sie mit Missgunst, Eifersucht oder Liebesschmerz konfrontiert werden.

Schädlich für die Entwicklung der Kinder

Den Eltern riet Spitzer, auf das Rauchen zu verzichten, „weil es schädlich für die Entwicklung der Kinder ist“ und auch selbst, beispielsweise beim Essen, auf das ständige Versinken im Smartphone zu verzichten, um mit dem Nachwuchs ins Gespräch zu kommen. Schließlich trage der verbale Austausch zur geistigen Entwicklung der Kinder bei. „Unterschicht-Kinder haben im Durchschnitt 8,5 Millionen Wörter bis zur Einschulung gehört, bei Oberschicht-Kindern sind es im Schnitt 40 Millionen Wörter.

Da der Unterricht zumeist sprachbasiert stattfindet, haben die Oberschicht-Kinder vier Mal so viel Sprachtraining erfahren und damit kommen die einen im Unterricht besser mit als die anderen.“ Vorlesen sei hierbei auch hilfreich – allerdings das Live-Vorlesen und nicht das durch „irgendeinen elektronischen Schnickschnack“.

Spitzer war auf Einladung des Kinderschutzbundes Bad Waldsee in die Kurstadt gekommen. Der Kinderschutzbund feiert in diesem Jahr 40-jähriges Bestehen.

 

Kommentar von Wolfgang Heyer

Handys, Videospiele und sämtliche Bildschirmmedien sind schädlich für Kinder. Das sagt Hirnforscher Manfred Spitzer, der seine Abneigung gegenüber der anhaltenden Digitalisierung mithilfe diverser wissenschaftlicher Studien belegt. So weit so klar. Das wir zwischenzeitlich allerdings in einer digitalen Welt leben und Smartphone, Laptop & Co. zum Alltag dazugehören und vor allem die junge Generation ihr Leben lang maßgeblich begleiten werden, wird hierbei völlig außer Acht gelassen.

Wie so oft geht es um die Dosis. Sollte ein Kind dauerhaft und den ganzen Tag vor dem Fernseher oder irgendwelchen Computerspielen geparkt werden, bleibt die Förderung und die damit verbundene geistige Entwicklung aus. Klar. Sollte ein Kind aber vorab besprochen und zeitlich begrenzt eine vernünftige Kinderserie im Fernseher anschauen oder begleitet ein pädagogisch angelehntes Spiel auf dem iPad spielen dürfen, muss doch nicht gleich eine schädigende Wirkung befürchtet werden. Die Medienkompetenz muss schließlich erlernt werden – sowohl in der Schule als auch zuhause. Es gibt genügend Eltern, die als Kind gerne die Sendung mit der Maus oder Löwenzahn angeschaut haben und dabei viel Nützliches gelernt haben.

w.heyer@schwaebische.de

4. Schwimmkurse als neues Projekt des KSB
1.Schwimmkurs 2020-21
Überschrift 6
Schwimmkurse des KSB erfolgreich absolviert

Der Kinderschutzbund Bad Waldsee hat zwölf Kindern im Alter von fünf bis sieben Jahren im Anfängerkurs und weiteren älteren Kindern im Aufbaukurs einen kostenlosen Schwimmkurs ermöglicht. Möglich wurde dies durch eine Finanzierung der Bildungsstiftung Bad Waldsee.
Nachdem im vergangenen Herbst die Schwimmhallen coronabedingt schließen mussten, konnte der damals begonnene Kurs für die Fortgeschrittenen nun endlich abgeschlossen werden. Unter der Leitung des sehr engagierten Schwimmlehrers Roland Neumaier und seinem Sohn Tobias hatten die Kinder große Freude beim wöchentlichen Training in der Döchtbühlhalle.
Die Fortschritte und das Ergebnis sind super – stolz nahmen die Kinder ihre Urkunden entgegen. Da die Warteliste für einen Schwimmkurs lang ist und nicht jede Familie oder Alleinerziehende sich einen Schwimmkurs leisten kann, sind weitere kostenlose Kurse vom Kinderschutzbund geplant.
Es freut uns sehr, dass wir schon jetzt eine weitere Finanzierungszusage von Herrn Schultes von der Bildungsstiftung Bad Waldsee bekommen haben.
2. Schwimmkurs 1920-21
5. Kürbisaktion im Herbst 2011
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34 Grundschüler beim Erlebnistag auf dem Bauernhof
Nach einem Jahr Corona-Pause lud der Kinderschutzbund Bad Waldsee wieder Kinder aus der 3. und 4. Klasse der Grundschule zum Kürbisschnitzen nach Ampfelbronn ins Kürbisparadies ein. Mit 34 Kindern war der Bus gut gefüllt. Vor Ort staunten die Kinder zuerst einmal über die Farben und Formen der unzähligen Kürbisse, die im Kürbisparadies Spieler ausgestellt waren. Frau Spieler zeigte, wie aus einem leuchtend orangefarbenen kopfgroßen Kürbis mit etwas Mühe ein schauriges Gesicht mit spitzen Zähnen gemacht wird. Mit großem Eifer arbeiteten die Kinder, um die Kürbisse auszuhöhlen und ihnen ein persönliches Gesicht zu geben. Da viele Kinder noch nie einen Kürbis ausgehöhlt und bearbeitet hatten, waren die vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderschutzbundes durchgehend gefordert. Besonders aufregend war dann das Verfüttern der Kürbisreste an die Kühe und Kälbchen im Stall.
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