Geschichte - seit 1981

1981 Der Anfang

Über 100 Kinder, 25 Betreuerinnen. drei Standorte – der Kinderschutzbund Bad Waldsee bietet heute Unterstützung für viele Familien. Von der Stadt, der Landesbank, dem Land und zahlreichen Spendern erhalten die Ehrenamtlichen finanzielle Unterstützung. Doch nicht immer war der Verein so etabliert. Die ersten Jahre waren ein Kampf um Geld und Anerkennung.Der Verein gründete sich, weil das Land den Zuschuss für Nachhilfe auf dem Dochtbühl strich. Bis 1980 halfen dort die Lehrer den Kindern von Asylbewerbern bei den Hausaufgaben. Doch als das Geld fehlte, stellten die Pädagogen ihre Bemühungen ein. Der Iraner Asghar Khoshnavas und seine Frau wollten auf das Angebot nicht verzichten. Sie setzten einen Aufruf in die Zeitung - im Juli 1980 trafen sich über 30 Menschen und nahmen ihre Arbeit auf Die Stadt wies der Gruppe einen Raum im Schloss zu. Die Hausaufgabenbe treuung konnte beginnen.

Von 1981-2004

Basteln gehörte ebenfalls zum Angebot. 20 bis 30 Kinder nutzten die Betreuung am Anfang. „Das waren damals Türken, Eriträer und Iraner", sagt Angelika Drescher-Fuchs, die bis 2004 Vorsitzende des Vereins war. Die deutschen Kinder seien „nur vereinzelt gekommen". Das Angebot sei bei ihnen „tabu" gewesen. Ihre Mitstreiterin Anita Trunzer sagt: „Das Ansehen der ausländischen Kinder hat sich auf uns übertragen." Drescher-Fuchs schiebt nach: „Wir waren verschrobene Weiber."

Die Vereinsgründung des Kinderschutzbundes Bad Waldsee war am 18. März 1981. Im Jahr 1983 musste die Gruppe aus dem Schloss ausziehen. Ein Gewerbetreibender überließ ihnen zwei Raume in der Rosmaringasse. Und die Frauen kümmerten sich weiter - nicht nur um die Kinder, sondern auch um deren Eltern. Trunzer sagt: „Wir haben versucht, die Frauen zu integrieren, um Kontakt zu ihnen zu bekommen.“ Doch das war nicht so einfach.„Die Männer kamen mit und haben aufgepasst.“ Später verboten sie es ihren Frauen, weil sie "zu westlich geprägt" worden seien. Bei Streit, Alkoholproblemen und anderen Schwierigkeiten in den Familien gingen Drescher-Fuchs und ihre Kolleginnen auch nach Hause zu den Kindern. Drescher-Fuchs sagt: „Wir haben wenig Unterstützung vom Jugendamt bekommen.“ Trunzer beklagt auch die fehlende Unterstützung von der Stadt. Geld wollten sie haben, auch im Kreistag seien dafür Anträge gestellt worden. Doch alles sei abgelehnt worden. Samstags war Nähkurs. Dafür erhielten sie in der Rosmaringasse für ein Jahr einen Lehrer in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Morgens konnten Jugendliche und Erwachsenen zum Deutschunterricht kommen. Die Kinder wurden nachmittags bei den Hausaufgaben unterstützt. Jugendliche wurden zudem abends betreut. Samstags konnten die Frauen zum Nähkurs kommen.

Bereits in dieser Zeit erhielten die Ehrenamtlichen eine kleine finanzielle Entschädigung für ihre Arbeit. Eine Stiftung half mit einem jährlichen Zuschuss, Firmen spendeten Geld.Für die Frauen war 1987 in der Rosmaringasse schon wieder Schluss. Das Haus wurde abgerissen. Die Stadt stellte dem Verein einen Raum im Feuerwehrgerätehaus an der Friedhofstraße bereit. Auch das Geld für Strom, Heizung und Wasser zahlt die Stadt. Dazu gibt sie heute jährlich noch 6000 Euro. Mitte der 90er-Jahre kam die Hausaufgabenbetreuung an der Eschlestraße hinzu. Mit vier Kindern und einem Nachmittag startete Marianne Hermann damals, heute sind es vier Nachmittage und 30 Kinder. Die Bedürfnisse haben sich verändert. Während die Kinder Anfang der 80er-Jahre kein Deutsch konnten, haben sie heute damit grundsätzlich kein Problem mehr. Aber: „Wir haben inzwischen zehn Kinder, die Einzelbetreuung brauchen", sagt Hermann. Der Erfolg zeigt sich dafür ebenso. „Dieses Jahr stand in auffällig vielen Zeugnissen: Die Nachhilfe beim Kinderschutzbund schlägt sich in den Noten nieder." Den Raum stellt die Fränkel AG kostenlos zur Verfügung.

2004 geriet der Verein in eine Krise. Der alte Vorstand wollte aufhören, fand aber keine Nachfolger. Nach einem Artikel in der SZ änderte sich die Situation: Franz Laux übernahm den Vorsitz, Barbel Coatti ließ sich zur Stellvertreterin wählen. Laux, der 2009 starb, initiierte auch das Engagement des Kinderschutzbundes auf dem Döchtbühl. Dort gibt es mittlerweile ein Angebot - auch in Reute wurden zehn Kinder betreut.

2010 Doch es geht dem Verein nicht nur um Hausaufgabenbetreuung. Die Frauen vermitteln weiterhin bei Problemen in den Familien, unterstützen Schüler bei der Suche nach einem Praktikumsplatz oder besuchen mit einer Gruppe den lmker im Ort. „Wir sind keine Nachhilfeinstitution, es geht um das ganze Kind", sagte die bis September 2013 Vorsitzende Bärbel Coatti. Ihr damaliger Stellvertreter Richard Pschibul ergänzt: „Es ist ein soziales Projekt."!

2013 Ab heute geht es weiter mit dem neuen "Jungen". Die wollen raus an die Öffentlichkeit, ran an die Jugendlichen und die Waldseer einwenig aufrütteln. Die neuen Katharina Wester, Michaela Fischer-Störk und Rachid Ibnjeddi mischen auf. Wollen die Menschen animieren sich zu engagieren und das Eherenamt als ernste aber auch als eine Sache ansehen die unglaublich viel Spass bereitet. Wollen zeigen was im Kinderschutzbund steckt und in den Kindern.

Wir erfreuen uns an jedem Kinderlächeln das uns geschenkt wird!

2016 fanden gleich 2 Mitgliederversammlungen statt. Insgesamt änderte sich dadurch der Vorstand deutlich. Katharina Wester und Michaela Fischer-Störk traten aufgrund von arbeitsbedingten Gründen von den Ämtern als Vorsitzende und 1.Stellvertretende Vorsitzende zurück. Rachid Ibnjeddi verließ aus beruflichen Gründen Bad Waldsee. 

Glücklicherweise konnte im Herbst 2016 der gesamte Vorstand neu besetzt werden. Zusätzlich wurde die Funktion des Beisitzers im Vorstand eingeführt.

Der neue Vorstand besteht nun aus:

Vorsitzende

Walter Ritter, Vorstandsvorsitzender

Christine Störk, 1. stellvertr. Vorsitzende

Gisela Riedesser, 2. stellvertr. Vorsitzende

Schatzmeisterin Gabi Lorinser

Beisitzerin Michaela Fischer-Störk

2017 Der KSB verlässt seinen traditionellen Raum in der Friedhofsstraße und zieht in zwei Klassenzimmer im SBBZ  (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum, früher die Förderschule) ein. Der Raum in der Eschlestraße 4 wird weiterhin für die freie Kinderbetreuung genutzt. Im Ganztag der Grundschule auf dem Döchtbühl betreuen rund 8 Mitarbeiterinnen ca. 70 Kinder und fördern diese einzeln. 

2018 Inzwischen hat sich ein festes Jahresprogramm entwickelt, das von einzelnen Aktionen ergänzt wird.

Zum festen Programm gehören:

die Fasnetsdisco am Gumpigen Donnerstag und Rosenmontag

die aktive Teilnahme am Lauffieber 

die Spielwiese beim Altstadtfest mit vielen Aktivitäten und dem Kindertheater

die Waldwoche im Tannenbühl

der Bäckereibesichtigung im Ferienprogramm

der Abenteuertag auf dem Bauernhof mit Kürbisschnitzen 

der Elternkurs "Starke Eltern-Starke Kinder" im Herbst

Kinderolympiade und Spielangebote an den beiden verkaufsoffenen Sonntagen im Frühjahr und Herbst

 

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